Kanji_ai_ki_do
zur Startseite

Sitemap

©
2000 - 2003
Frank Dietze

last update:
31-12-02

Morihei Ueshiba - Eine Kurzbiographie

1883

Geboren am 14. Dezember 1883 in Tanabe, in der heutigen Präfektur Wakayama.
Sein Vater Yoroku Ueshiba, war, wie auch die Mutter, Yuki Itokawa, ein wohlhabender Samurai-Erbe, tätig im Fisch- und Holzhandel.
Im Alter von sieben Jahren beginnt Ueshiba Morihei auf Anordnung seines Vaters sich im Sumo zu üben.

1893

wird sein Vater von Schlägern im Auftrag eines politischen Gegners verprügelt, was in Morihei den Wunsch verstärkt, Meister der Kampfkünste zu werden.

1901

beginnt Morihei eine Kaufmannslehre in Tokyo und arbeitet nebenbei in der Steuerbehörde von Tanabe. Später eröffnet er in Tokyo einen Schreibwarenladen. Er erhält Unterricht in Schwert- und Speerkampf und in Jiu Jitsu.

1902

kehrt er, an Beriberi erkrankt, nach Tanabe zurück und wird alsbald wieder gesund. Er siegt in einem Wettkampf im Reisstampfen.

1903

nimmt er wieder Unterricht im Schwertkampf, heiratet Hatsu Itokawa und tritt in die Armee ein.

1905

Fronteinsatz im Russisch-Japanischen Krieg.

1908

Diplom im Schwertkampf, danach Erkrankung an Enzephalytis. Wiedergenesen nimmt er Unterricht in Kodokan Judo. Zertifikat im Yagyu-Ryu Jujutsu.

1910

Aufbruch nach Shirataki auf Hokkaido zur Gründung von neuen Siedlungen.

1912

führt er einen Siedlerzug aus Tanabe nach Shirataki und wird Gemeinderat.

1915 bis
1919

zahlender Schüler bei Sokaku Takeda. Diplom im Daito-Ryu-JuJutsu nach 2 Jahren. Takeda, ein übler Raufbold, vernachlässigt den Unterricht und nimmt Morihei finanziell aus.

1917

brennt Shirataki fast ganz nieder. Morihei stellt sich an die Spitze des Wiederaufbaus.

1919

Auf der Reise zum Sterbebett seines Vaters lernt Morihei den Führer der Oomoto-Kyo-Religion, Onisaburo Deguchi, kennen, der ihn so nachhaltig beeindruckt, dass Morihei anschliessend nach Ayabe, dem Zentrum der Oomoto-Kyo-Sekte, zieht, um ein religiöses Leben zu führen. Auf Anregung von Onisaburo errichtet er dort ein Dojo, und unterrichtet.

1921

Geburt des 3. Sohnes Kisshomaru, der nach Moriheis Tod als Doshu dem Honbu-Dojo vorstehen wird. Morihei bezeichnet seine Kunst nun als Aiki-Bujitsu. Neben Oomoto-Anhängern kommen auch Marinesoldaten vom nahen Stützpunkt zum Unterricht.
Die Oomote-Sekte bekommt Schwierigkeiten, Onisaburo wird verhaftet, kommt jedoch auf Kaution frei, Morihei und Onisaburo bauen die Sekte neu auf.

1922

Morihei nimmt Unterricht in Tai- und Kenjutsu.
Mutter Yuki stirbt.
Sokaku Takeda, samt seiner ganzen Familie, quartiert sich ein halbes Jahr bei Ueshibas ein. Als Gegenleistung erhält Morihei ein Assistenzlehrer -Diplom.

1924

Morihei und Onisaburo wollen in der Mongolei eine neue, religiös ausgerichtete Weltregierung gründen. Sie werden von chinesischen Truppen verhaftet und zum Tode verurteilt. Das Urteil wird nach Intervention des japanischen Konsulats in letzter Minute nicht vollzogen. Morihei kehrt heim.

1925

Nach einem Duell mit einem Kendo-Meister der Marine hat Ueshiba eine Erleuchtung (Satori):
"Die Quelle des Budo ist die göttliche Liebe - der Geist des liebevollen Schutzes!"
Er nennt seine Kunst nun Aiki-Budo.

1926

unterrichtet Ueshiba in ganz Japan (u.a. Kyoto, Osaka, Kyushu). Er zieht nach Tokyo und unterrichtet im Billiard-Salon des Prinzen Shimazu und als Dozent für Kampfkünste an der Marine-Akademie.
Bau eines eigenen Dojos in Shiba.

1930

Jigoro Kano (Begründer des Judo) besucht einen Unterricht und schreibt später: "Dies ist meine Idealvorstellung von Budo." Er schickt zwei seiner besten Schüler.

1936

Die Oomoto-Sekte wird verboten.
In Iwama, Präfektur Ibaraki, lässt Morihei den Aiki-Schrein (Aiki-Jinja) mit Wohnung und Dojo errichten.
Morihei reist auf zahlreiche Lehrveranstaltungen, nimmt jedoch selbst wieder Unterricht im Schwertkampf im Kashima-Shinto-ryu.
Der 2. Weltkrieg lässt die Dojos ausbluten.

1941

Vorführung vor Angehörigen der kaiserlichen Familie. Morihei unterrichtet an der Akademie der Militär-Polizei und an Universitäten.

1945

Nach der Kapitulation Japans verbieten die Amerikaner alle Kampfkünste. Als erstes erhält Ueshiba für sein Aikido die Zulassung. Er gründet die Aikikai-Organisation.

1948

Offizielle Anerkennung des Aikido durch die Regierung. Moriheis Sohn Kisshomaru übernimmt die Leitung des Tokyoter Dojos und des Aikikai. Morihei lebt zurückgezogen in Iwama.

1960

ehrt der japanische Kaiser Morihei. Eine Ehrung, die vor ihm nur drei anderen Budoka zukam. Das Fernsehen bringt eine Sendung über Morihei und sein Aikido.

1961

reist Morihei nach Hawai: "Von nun an möchte ich eine Brücke bauen, die die verschiedenen Länder der Welt durch die im Aikido enthaltene Harmonie und Liebe zusammenbringt."

1967

wird das Honbu-Dojo der Aikikai-Organisation eingeweiht.

1969

Am 26. April 1969 stirbt Morihei an Leberkrebs. Er hat bis unmittelbar vor seinem Tod täglich trainiert. Seine Frau folgt ihm wenige Wochen später nach.